SAP FUE-Optimierung: Die überraschende Nachsichtigkeit des STAR-Regelsatzes

Mit der Einführung von SAP Cloud ERP Private (ehemals RISE with SAP) misst SAP nun den Full Use Equivalent (FUE)-Verbrauch eines Unternehmens, indem es die jedem Benutzer zugewiesenen Berechtigungen analysiert. Dieser STAR-Messprozess bewertet den Zugriff anhand eines vordefinierten STAR-Regelsatzes.

SAP hat mehrere Versionen dieses Regelsatzes veröffentlicht. In einigen Fällen sind die Regeln für Kunden von SAP Cloud ERP Private günstiger geworden, in anderen Fällen sind sie strenger geworden, was zu einem höheren FUE-Verbrauch geführt hat. Nach dem derzeitigen Stand mit der Regelsatzversion 1.69 halten wir den Regelsatz jedoch für sehr großzügig.

Betrachten wir ein einfaches Beispiel. Die folgende Tabelle zeigt die relevanten Werte des Berechtigungsfelds für F_BKPF_BUK, eines der primären Berechtigungsobjekte, das Finanzvorgangscodes und Fiori-Services steuert.

Viele der häufig verwendeten ACTVT -Werte (Aktivität) – wie beispielsweise:

  • 01 – Erstellen
  • 02 – Veränderung
  • 03 – Anzeige
  • 10 – Beitrag
  • 77 – Vorab-Eingabe

— wurden alle von SAP als Self-Service klassifiziert.

Umgekehrt sind die weniger häufig verwendeten ACTVT-Werte – wie beispielsweise:

  • 22 – Eingeben
  • 43 – Freigabe
  • C4 – Abschluss

— werden als „Fortgeschritten“ eingestuft.

Das bedeutet, dass die meisten Finanzanwender, die Journalbuchungen über Transaktionscodes wie FB01 und andere FI-Buchungstransaktionen vornehmen, in die Kategorie „Self-Service” fallen, während nur eine kleine Untergruppe von Anwendern erweiterte Aktivitäten benötigt.

Dies steht in starkem Kontrast zu SAP ECC, wo die überwiegende Mehrheit der Unternehmen jeden, der FI-Buchungsaktivitäten durchführt, als Vollfachkraft eingestuft hätte.

Basierend auf den aktuellen Regeln ist das STAR-Framework sehr großzügig. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass die meisten SAP-Rollen in Unternehmen nicht unter Berücksichtigung der Lizenzierung erstellt wurden. Infolgedessen enthalten Rollen oft unnötige erweiterte Aktivitäten, was den FUE-Verbrauch des Unternehmens in die Höhe treibt.

Wenn Unternehmen für deutlich mehr FUEs bezahlen als erforderlich, ist dies oft eher eine Folge einer ungeeigneten Rollenkonzeption als der Strenge der STAR-Regeln selbst.

Für Unternehmen, die bereit sind, in die Anpassung des Benutzerzugriffs an die tatsächliche Nutzung zu investieren – ein „Licensing by Design“-Ansatz –, kann die potenzielle Reduzierung der FUEs erheblich sein. In vielen Fällen stellen Unternehmen möglicherweise fest, dass die Anzahl ihrer abonnierten FUEs eher von der Größe der Infrastruktur als von den tatsächlichen Anforderungen des Benutzerzugriffs abhängt.

Im Laufe der Zeit, wenn immer mehr Unternehmen ihre Rollendesigns verfeinern und optimieren, ist davon auszugehen, dass die STAR-Regeln strenger werden. Sollte dies eintreten, müssen spätere Anwender von SAP Cloud ERP Private möglicherweise größere Anstrengungen zur Optimierung ihres Rollendesigns unternehmen, um nicht gezwungen zu sein, eine höhere FUE-Zahl zu abonnieren.

Wie Soterion helfen kann

Soterion kann eine umfassende FUE-Analyse durchführen, bei der Ihre derzeitige FUE-Nutzung – basierend auf Ihrem bestehenden SAP-Rollenentwurf – mit dem aus den tatsächlichen Nutzungsstatistiken abgeleiteten FUE-Bedarfs-Best-Case-Szenario verglichen wird. Diese Analyse eignet sich sowohl für Unternehmen, die noch SAP ECC nutzen und einen Umstieg auf SAP Cloud ERP Private in Erwägung ziehen, als auch für diejenigen, die bereits RISE einsetzen und ihr Abonnement optimieren möchten.

Der „What-If“-Simulator von Soterion ermittelt nicht nur die Auswirkungen jeder vorgeschlagenen Rollen- oder Zugriffsänderung auf die SAP-Zugriffsrisiken, bevor diese in SAP umgesetzt wird, sondern zeigt auch die Auswirkungen dieser Änderung auf die FUE auf. Dieser proaktive Ansatz ermöglicht es Unternehmen, die Lizenzkonformität während der gesamten Laufzeit ihres RISE-Abonnements aufrechtzuerhalten und etwaige FUE-Nachzahlungskosten während der Laufzeit zu vermeiden.

Wenn Sie Fragen haben oder eine Demo sehen möchten, wenden Sie sich bitte per E-Mail an [email protected].

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